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Weihnachtsfeier in der Kita — Lieder, Programm und Tipps für eine stimmungsvolle Feier

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2026 · Fachredaktion Singify

Keine Kita-Feier im Jahr hat eine so klare emotionale Aufladung wie die Weihnachtsfeier. Für die Kinder ist es oft der stimmungsvollste Moment im Kita-Jahr — Kerzenschein, vertraute Lieder, Eltern und Großeltern zu Besuch. Für Erzieher:innen ist es der anspruchsvollste logistische Moment: ein öffentliches Fest mit vielen Gästen, hohen Erwartungen und gleichzeitig der Pflicht zur Inklusion in einer immer vielfältigeren Kita-Landschaft.

Dieser Beitrag zeigt, wie die Kita-Weihnachtsfeier gelingt — welche Programmpunkte sich bewährt haben, welche Lieder funktionieren und wie man inklusiv feiert, ohne die Tradition zu verlieren.

Die Dimension: Worum es wirklich geht

Weihnachten ist in deutschen Kitas traditionell ein christliches Fest mit kulturell eingewachsenen Elementen. In vielen Einrichtungen heute sind aber Kinder aus muslimischen, jüdischen, buddhistischen, hinduistischen oder konfessionslosen Familien ein ebenso selbstverständlicher Teil der Gruppe wie katholisch oder evangelisch getaufte Kinder. Die Weihnachtsfeier muss diese Vielfalt mitdenken — sonst wird aus einem integrativen Fest eine ausschließende Veranstaltung.

Der pragmatische Weg, den viele Einrichtungen gefunden haben: Das Fest als „Lichter- und Winterfest“ gestalten, das Weihnachten als einen von mehreren Winter-Anlässen einbezieht. Chanukka, das Lichterfest, das Wintersonnwendfest — all das kann Teil derselben Feier werden, ohne dass die christlichen Traditionen ausgeklammert werden müssen.

Der Zeitplan: Die Planung beginnt im Oktober

Eine gelungene Weihnachtsfeier ist das Ergebnis einer zweimonatigen Vorbereitung:

  • Oktober: Termin fixieren, mit Elternbeirat abstimmen, groben Programmrahmen skizzieren. Mit dem Team besprechen, welche religiösen und kulturellen Hintergründe die Kinder haben.
  • Anfang November: Programmpunkte festlegen, Lieder auswählen, Rollen unter Erzieher:innen verteilen. Ein Entwurf für die Einladung an die Eltern wird formuliert.
  • Mitte November: Probenbeginn mit den Kindern. Lieder einstudieren, kleine Szenen einüben, Bewegungen abstimmen. Zwei bis drei Proben pro Woche über 4–5 Wochen reichen.
  • Anfang Dezember: Logistik klären — Saal, Bestuhlung, Dekoration, Catering, Technik (Lautsprecher, Lichtdimmer). Einladungen verschickt.
  • Letzte Woche vor der Feier: Generalprobe, Feinheiten abstimmen, letzte Absprachen mit Eltern.

Das klassische Programm einer Kita-Weihnachtsfeier

Sechs Bausteine bilden den Rahmen der meisten Kita-Weihnachtsfeiern:

Baustein 1 — Empfang mit Kerzenschein

Die Eltern werden im gedämpften Licht empfangen, oft mit Punsch (alkoholfrei) und Gebäck. Im Hintergrund läuft ruhige Winter-Musik. Dieser Moment ist wichtig: Die Stimmung, in der die Feier beginnt, bestimmt die emotionale Dichte der nächsten Stunde.

Baustein 2 — Einzug der Kinder mit Liedern

Die Kinder kommen in kleinen Gruppen in den Saal und singen gemeinsam. Klassiker wie „Ihr Kinderlein, kommet“ oder „Lasst uns froh und munter sein“ funktionieren gut.

Baustein 3 — Eine kleine Geschichte oder ein Theaterstück

Die Vorschulkinder präsentieren eine kurze Szene — die Weihnachtsgeschichte, eine Winter-Erzählung oder ein kleines Theaterstück aus einem anderen Kulturkreis. Dauer: 5–10 Minuten.

Baustein 4 — Gemeinsames Singen mit allen Gästen

Eltern und Großeltern steigen in einige Lieder mit ein. „Oh du fröhliche“, „Stille Nacht“ oder moderne Weihnachts-Klassiker. Dieser Moment ist oft der emotional dichteste der ganzen Feier.

Baustein 5 — Der Überraschungs-Moment

Viele Einrichtungen bauen einen Höhepunkt ein: ein Nikolaus-Besuch, ein kleines Geschenk für jedes Kind, eine besondere Überraschung für die Erzieher:innen. Das hält die Kinder aufmerksam und gibt dem Abend einen Höhepunkt.

Baustein 6 — Gemütlicher Ausklang

Gespräche, Punsch, Plätzchen. Der informelle Teil ist wichtig: Eltern vernetzen sich untereinander, Erzieher:innen sprechen mit Eltern, die sie sonst selten treffen.

Die schönsten Lieder

Die Lied-Auswahl für eine Kita-Weihnachtsfeier entscheidet stark über die Stimmung. Sechs Kategorien sollten vertreten sein:

  • Kinder-Klassiker: „In der Weihnachtsbäckerei“ (Rolf Zuckowski), „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Leise rieselt der Schnee“. Diese Lieder kennen fast alle Kinder, sie funktionieren in jeder Altersgruppe.
  • Traditionelle Weihnachtslieder: „Ihr Kinderlein, kommet“, „Oh du fröhliche“, „Stille Nacht“. Viele sind gemeinfrei, weil die Urheber seit über 70 Jahren verstorben sind.
  • Lichter-Lieder: „Tragt in die Welt nun ein Licht“, „Wir sagen euch an“. Diese Lieder passen zur „Lichter- und Winterfest“-Rahmung.
  • Winter-Lieder ohne religiösen Bezug: „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „A, a, a, der Winter, der ist da“, „Jingle Bells“. Für inklusive Einrichtungen wichtig.
  • Bewegungslieder: Lieder mit Gesten und Tanzelementen, besonders für jüngere Kinder.
  • Ein persönliches Abschluss-Lied: Ein personalisiertes Lied mit allen Kindernamen kann hier besonders emotional wirken — jedes Kind wird einmal namentlich erwähnt, bevor die Feier endet.

Die rechtliche Seite: GEMA und VG Musikedition

Hier kommt eine Frage, die viele Kitas unsicher macht: Dürfen wir auf der Weihnachtsfeier einfach Lieder spielen und singen? Die Antwort ist differenziert:

  • Gemeinfreie Lieder (Urheber seit über 70 Jahren verstorben) können uneingeschränkt verwendet werden. Das betrifft „Stille Nacht“, „O Tannenbaum“, „Ihr Kinderlein, kommet“ und viele andere Klassiker.
  • Modernere Lieder (z. B. „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski) sind bei der GEMA registriert. Für den öffentlichen Vortrag mit Eltern ist eine GEMA-Meldung nötig — Tarif M-V oder U-V über das GEMA-Onlineportal. Kosten meist im niedrigen zweistelligen Bereich.
  • Notenkopien fallen seit dem 1. Januar 2025 in die Zuständigkeit der VG Musikedition (nicht mehr GEMA). In Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg besteht ein Landes-Pauschalvertrag.
  • Individuell erstellte Lieder — etwa ein personalisiertes Kita-Lied mit den Namen aller Kinder — sind nicht bei der GEMA angemeldet und können ohne zusätzliche Gebühren verwendet werden.

Inklusive Gestaltung — ohne Überdramatisierung

Die häufigste Falle bei inklusiven Weihnachtsfeiern ist Überkorrektur. Wenn jedes religiöse Element entfernt wird, bleibt eine sterile Veranstaltung, die niemandem gerecht wird. Ein pragmatischer Mittelweg:

  • Benennen, was kommt. In der Einladung klar schreiben: „Wir feiern ein Lichter- und Winterfest mit Elementen aus der Weihnachtstradition, Chanukka und anderen winterlichen Bräuchen.“
  • Vielfalt zeigen. Nicht nur ein einziges christliches Lied plus ein einziges muslimisches. Sondern mehrere Lieder aus verschiedenen Traditionen über den Abend verteilt.
  • Nicht wegrationalisieren. Es ist okay, wenn die Feier dennoch einen weihnachtlichen Grundton hat — solange andere Traditionen nicht ausgegrenzt werden.
  • Die Kinder fragen. Oft überrascht, wie selbstverständlich Kinder in gemischten Gruppen über verschiedene Traditionen sprechen können.

Häufige Fehler

  • Zu langes Programm. 90 Minuten aktives Programm sind genug. Eltern mit kleinen Kindern sitzen nicht länger still.
  • Zu viele Reden. Mehr als eine Rede der Kita-Leitung ermüdet.
  • Technik-Probleme. Ein Lautsprecher, der ausfällt, ein Mikrofon, das rückkoppelt — Generalprobe inklusive Technik-Test ist Pflicht.
  • Keine Rücksicht auf Allergien beim Essen. Nüsse, Laktose, Glutenunverträglichkeit — beim Catering mitbedenken.

Fazit

Die Kita-Weihnachtsfeier ist einer der emotional dichtesten Momente im Kita-Jahr. Wer sie zwei Monate vorher plant, klar strukturiert, die Vielfalt der Familien berücksichtigt und die rechtlichen Grundlagen kennt, schafft einen Abend, der Kindern, Eltern und Erzieher:innen lange in Erinnerung bleibt.

Das Wichtigste kommt oft zum Schluss: der Moment nach dem offiziellen Programm, in dem Eltern und Erzieher:innen bei einem Punsch stehen und reden. Diese Gespräche sind es, die das Kita-Jahr prägen — nicht die perfekte Choreografie der Lieder.

Häufige Fragen

Zwei Monate vorher — also im Oktober. Termin und Elternbeirat-Abstimmung im Oktober, Programm- und Liedauswahl Anfang November, Probenbeginn ab Mitte November, Logistik Anfang Dezember, Generalprobe in der letzten Woche vor der Feier.

Kinder-Klassiker wie „In der Weihnachtsbäckerei", traditionelle Lieder („Stille Nacht", „Oh du fröhliche"), Lichter-Lieder („Tragt in die Welt nun ein Licht") und Winter-Lieder ohne religiösen Bezug. Ein personalisiertes Abschluss-Lied mit allen Kindernamen sorgt für einen besonders emotionalen Moment.

Gemeinfreie Lieder („Stille Nacht", „O Tannenbaum") können frei genutzt werden. Modernere Lieder wie „In der Weihnachtsbäckerei" sind GEMA-pflichtig — für den öffentlichen Vortrag ist eine Meldung nötig, Kosten meist im niedrigen zweistelligen Bereich. Notenkopien fallen seit 1. Januar 2025 unter die VG Musikedition.

Pragmatischer Mittelweg: Das Fest als „Lichter- und Winterfest" rahmen, mehrere Lieder aus verschiedenen Traditionen, transparente Einladung, die Vielfalt benennt. Überkorrektur ist die häufigste Falle — eine völlig entreligiöste Feier wird niemandem gerecht.

Maximal 90 Minuten aktives Programm. Eltern mit kleinen Kindern sitzen nicht länger still. Mehr als eine Rede ermüdet — freundlich, aber bestimmt reduzieren, wenn viele Funktionäre sprechen wollen.

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